Ausstattungsvarianten und Zubehör

Ausrüstung für Netzersatzbetrieb

BHKW- Kompaktmodule können im Fall einer Netzstörung die Versorgung ersatzstrom-berechtigter Verbraucher übernehmen.
BHKW- Kompaktmodule können im Fall einer Netzstörung die Versorgung ersatzstrom-berechtigter Verbraucher übernehmen.
Unsere BHKW-Kompaktmodule können für den Inselbetrieb ausgerüstet werden, um bei einer Netzstörung definierte Verbraucher wie z.B. Aufzüge, Sprinkleranlagen, Pumpen, EDV-Systeme, Beleuchtung usw. mit Ersatzstrom versorgen zu können.

Steht das BHKW zum Zeitpunkt der Netzstörung, wird es automatisch über eine Batterieanlage gestartet und übernimmt in mehreren Laststufen die Ersatzstromschiene, wobei nach ca. 30 Sekunden die volle Last zur Verfügung steht.

Ist das BHKW zum Zeitpunkt der Netzstörung gerade in Betrieb, trennt es sich automatisch vom Stromnetz und übernimmt nahtlos die Versorgung der Ersatzstromschiene. Nach Netzwiederkehr geht das BHKW unterbrechungsfrei wieder in den Netzparallelbetrieb über oder leitet -beispielsweise wenn die BHKW-Wärme nicht benötigt wird- den Stopvorgang ein.  

Damit das BHKW auch ohne Wärmeabnahme den Ersatzstrom bereitstellen kann, muss es bei dieser Variante mit einem Notkühler ausgestattet werden. Selbstverständlich können auch Mehrmodulanlagen mit Netzersatzfunktion ausgestattet werden. Unsere größte BHKW-Anlage mit Netzersatzfunktion umfasst vier BHKW-Module mit insgesamt 1,6 MW elektrischer Leistung.

Heißkühlung mit 95/80 °C (Vorlauf/Rücklauf) z.B. für Absorptionskältemaschinen

Profiteure der Heißkühlung: Das Becken der Kaltfische im Multimar Wattforum wird im Sommer mit einer Absorptionskälteanlage gekühlt, die von der Wärme eines BHKW-Kompaktmoduls angetrieben wird.
Profiteure der Heißkühlung: Das Becken der Kaltfische im Multimar Wattforum wird im Sommer mit einer Absorptionskälteanlage gekühlt, die von der Wärme eines BHKW-Kompaktmoduls angetrieben wird.
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Unsere erdgasbetriebenen Blockheizkraftwerke können durch den Einbau vergrößerter Wärmetauscher mit einer sogenannten Heißkühlung ausgestattet werden. In dieser Ausstattungsvariante können sie mit 95 °C Vorlauf und bis zu 80 °C Rücklauf (statt der standardmäßigen 90/70 °C) betrieben werden.

Dieses höhere Temperaturniveau kann für den optimalen Betrieb von Absorptionskältemaschinen, bestimmte Prozesswärmeanforderungen und weitere Anwendungen erforderlich sein. Bei dieser Ausstattung wird die Nennleistung aufgrund der höheren Betriebstemperaturen typischerweise um knapp 10 % reduziert. 

Brennwertnutzung zur Wirkungsgradverbesserung

Leistung eines Brennwertwärmetauschers beim BHKW-Typ GG 50 in Abhängigkeit der Rücklauftemperatur
Leistung eines Brennwertwärmetauschers beim BHKW-Typ GG 50 in Abhängigkeit der Rücklauftemperatur
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Bei besonders niedrigen Rücklauftemperaturen (unterhalb ca. 50 °C, vgl. Grafik) ist es häufig ökonomisch und energetisch sinnvoll, die im Abgas enthaltene Restwärme ebenfalls zu nutzen. Dazu wird im BHKW-Rücklauf ein Brennwertwärmetauscher eingebunden, der das Abgas unter den Taupunkt abkühlt und die dadurch gewonnene Kondensationswärme an das Heizwasser überträgt.

Der zusätzliche Wärmeertrag beträgt bis zu ca. 17 % der regulären thermischen Leistung des BHKW und kann den Gesamtwirkungsgrad um mehrere Prozentpunkte steigern. Neben den Rücklauftemperaturen sind der Platzbedarf des Brennwertwärmetauschers (Länge ca. 4m) und der Abgasgegendruck zu berücksichtigen.

Unsere Vertriebsingenieure helfen bei Ihrem BHKW-Projekt gern auch bei der Prüfung der Brennwertnutzung.

Dampferzeugung aus Abgaswärme

BHKW-Kompaktmodul GG 402 mit über dem BHKW installiertem Dampferzeuger.
BHKW-Kompaktmodul GG 402 mit über dem BHKW installiertem Dampferzeuger.
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Die von einem BHKW gelieferte Wärme (90/70 °C Heizwasser) stammt etwa je zur Hälfte aus dem Kühlwasser und dem Abgas des Motors. Bei unseren BHKW-Kompaktmodulen kann die Abgaswärme separat ausgekoppelt und einem externen Dampferzeuger zugeführt werden.

So werden beispielsweise in einem fleischverarbeitenden Betrieb aus der Abgaswärme des dort installierten BHKW-Kompaktmoduls Typ GG 402 stündlich 280 kg Dampf produziert. Grundvoraussetzung für die Dampferzeugung mit BHKW ist jedoch, dass auch die Motorkühlwasserwärme sinnvoll genutzt wird. In diesem Projekt dient die Motorkühlwasserwärme auf einem Temperaturniveau von 80/70 °C zur Erwärmung von Wasch- und Prozesswasser (siehe "KWK macht Dampf" auf der Seite Fachartikel).

Tendenziell sind wegen des höheren Abgaswärmeanteils und der größeren Wärmemenge leistungsstarke BHKW-Typen mit Turbomotoren (z.B. GG 402 und GG 530) besser für Dampfanwendungen geeignet als die kleineren BHKW-Typen mit Saugmotoren.

Container-BHKW zur Außenaufstellung

Unsere BHKW-Kompaktmodule können auch mit vollständiger Einbindung innerhalb des Containers geliefert werden.
Unsere BHKW-Kompaktmodule können auch mit vollständiger Einbindung innerhalb des Containers geliefert werden.
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Doppel-Container auf einer Kläranlage.
Doppel-Container auf einer Kläranlage.
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Innenansicht eines Containers.
Innenansicht eines Containers.
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Für besondere Anwendungsfälle - beispielsweise bei besonders beengten, schwer zugänglichen oder gar nicht vorhandenen Heizzentralen - bieten wir unsere BHKW-Kompaktmodule in einem Container zur Außenaufstellung an.

Dieser Container wird bei BHKWs der 50 kW und 100 kW-Klasse mit einer Länge von 20 Fuß (ca. 6 m), bei größeren mit 30 Fuß geliefert und beim Betreiber am gewünschten Standort aufgestellt. Standardmäßig werden sie komplett mit Beleuchtung, Kabelpritschen und Rohrhalterungen nach Erfordernis geliefert. Selbstverständlich sind auch Doppel-Container Anlagen wie die abgebildete 2 x FG 250 Anlage auf der Kläranlage Herford möglich.

Optional kann auch die komplette gas-, abgas-, heizungs-, luft-, und stromseitige Einbindung innerhalb des Containers von uns geliefert werden - inklusive einer Abgasanlage, standardmäßig bis 1 m über das Containerdach.

Bei der Gestaltung des Containers hinsichtlich Farbe, Aussparungen, Verrohrung etc. richten wir uns dabei nach den technischen Erfordernissen und Wünschen des Kunden.

Mobiles BHKW für den Betrieb an mehreren Standorten

Der saisonale
Der saisonale "Umzug" ist samt Anschluß des BHKWmobils an einem Standort innerhalb ca. einer Stunde erledigt.
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Bewährtes Prinzip: Das 1995 installierte und 1996 prämierte BHKWmobil.
Bewährtes Prinzip: Das 1995 installierte und 1996 prämierte BHKWmobil.
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Für den Einsatz von Blockheizkraftwerken in Objekten, bei denen sich ein ganzjähriger Betrieb wegen fehlendem Wärmebedarf im Sommer (z.B. Verwaltungsgebäude) und oder Stillegung im Winter (z.B. Freibäder) nicht lohnt, können unsere BHKW-Kompaktmodule als mobile Einheit - fest auf einem PKW-Anhänger montiert - geliefert werden.

Wie ein BHKWmobil eingesetzt werden kann, zeigen z.B die Stadtwerke Herford: Das BHKWmobil wird im Frühling zum ca. 10 km entfernten Freibad Hiddenhausen gefahren. Mitarbeiter der Stadtwerke verbinden das BHKWmobil in einer Garage mit den vorhandenen Rohrleitungen und dem Stromnetz des Freibades. Die Zeit für Transport und Anschluss beträgt ca. 1 Stunde, danach ist das BHKWmobil funktionstüchtig. Nach Schließung des Freibades im Oktober wird das BHKWmobil zum Hallenbad H2O in Herford gefahren.

Die damit verbundene optimale Auslastung steigert die Wirtschaftlichkeit und den ökologischen Nutzen des BHKW. Dieses BHKW-Projekt zeigt auch, dass mobile BHKW ihren stationären Kollegen hinsichtlich Langlebigkeit nicht nachstehen: Das in Hiddenhausen und Herford betriebene BHKW ist eines der ersten mobilen BHKW überhaupt. Es wurde 1996 von der damaligen Umweltministerin Angela Merkel mit dem Preis der Deutschen Gaswirtschaft ausgezeichnet.

Nullbezugsregelung: Vermeidung von Netzeinspeisung

Bei der sogenannten Nullbezugsregelung wird die Leistung des Blockheizkraftwerkes so geregelt, dass die Einspeisung von Strom in das öffentliche Netz unterbunden wird. Ist also die Nennleistung des BHKW höher als der Strombedarf im Objekt, wird die Leistung des BHKW auf den Strombedarf abgesenkt - auch wenn ein entsprechender Wärmebedarf vorhanden wäre.

Diese Nullbezugsregelung kann bei unseren BHKW-Kompaktmodulen auch nachgerüstet werden und ist dann sinnvoll, wenn die Einspeisung ins Stromnetz nicht (mehr) kostendeckend möglich ist.

Wärmespeicher

Wärmespeicher bzw. Pufferspeicher können zur Verbesserung des Laufzeitverhaltens und der Wirtschaftlichkeit beitragen, indem sie überschüssige BHKW-Wärme aufnehmen und nach einer gewissen Zeit wieder abgeben. So kann das BHKW weiterlaufen, auch wenn vorübergehend keine oder geringe Wärmeabnahme vorhanden ist. Im Gegenzug muss es nicht gleich anspringen bzw. der Kessel zugeschaltet werden, wenn wieder Wärmebedarf vorhanden ist.

Darüber hinaus ist durch den Einsatz von Wärmespeichern eine stärkere Orientierung am Strombedarf möglich. So kann mithilfe der von uns entwickelten übergeordneten Regelung MiniManager PRO ein erweitertes Speichermanagement realisiert werden, in dem der Wärmespeicher vor erwarteten Stromlastspitzen gezielt entleert wird, um dann bei der Stromlastspitze die volle BHKW-Leistung fahren zu können.

Weitere Ausstattungsvarianten

Als mittelständischer BHKW-Hersteller mit über 35 Jahren Erfahrung können wir flexibel auf die unterschiedlichsten Kundenbedürfnisse eingehen. Ob besondere Schallschutz-Anforderungen, besondere Brennstoffe, besondere Wärmeanwendung wie Thermoöl-Erhitzung oder besonders kniffelige Einbringung - wir haben uns schon vielen technischen Herausforderungen gestellt und suchen gerne eine Lösung zu Ihrer Problemstellung. Sprechen Sie uns an!